Klavierlehrer
Moderne ‚Klavierschulen‘ liefern in ihrem Vorwort häufig schon die Einstiegsmethodik für den Lehrenden und den Schüler mit. D.h. im Gegensinne auch, dass der Lehrer mit seiner Wahl der Klavierschule auch zumindest die ‚technische‘ Methodik übernimmt. Was wiederum möglichst große Erfahrung des Klavierlehrers in der Wahl der ‚Schule‘ voraussetzt.
Der Lehrer muss sozusagen schon den Schüler bei seinem ersten Zugang zum Instrument einschätzen, um zu erkennen, wo die Neigungen des Kindes/des Jugendlichen und seine besonderen Fähigkeiten liegen und wo sie hinführen könnten. Gleichzeitig muss er aber alle Wege offen halten. Daher ist der Einstieg sehr entscheidend für den Lernerfolg.
Die erste Neugier muss in den ersten Schwung münden und die ersten Stunden sollten bereits – wenn auch in kleinen Portionen – schon ‚Erfolge‘ beinhalten: den Lohn für den Mut und die Anstrengung.
Das unmittelbare ‚Spiel‘ sollte von Beginn an im Vordergrund stehen. Plauderton ist angesagt und Humor darf nicht fehlen, ein geschickter Pädagoge kann dennoch alle nötigen Erläuterungen, Erklärungen, sogar erste Fachausdrücke einfließen lassen, sodass sich ein fruchtbares Lehrer-Schüler-Verhältnis bildet. Der Schüler muss sich auf die nächste Stunde freuen können.
Wer in diesem spannenden Verhältnis eine riesige Rolle spielt: das sind die Eltern, die Mutter, der Vater, die Oma… Sie sollten dem Kind/Jugendlichen nichts ‚vormachen‘, sondern von Beginn an klar stellen,
dass Klavierspiel erlernen im Prinzip die gleichen Regeln wie beispielsweise ein gutes Sporttraining beinhaltet: Der Weg ist das Ziel. Ausdauer ist gefragt. Ohne Fleiß kein Preis. Frustbewältigung muss einkalkuliert werden und Belohnung durch Anerkennung darf niemals fehlen.
Aber alle diese Tugenden kann man dabei auch einüben und ausbauen (sie können im allgemeinen Leben sehr hilfreich sein).
Dem Schüler sollte ein ‚ordentliches‘ Instrument zur Verfügung stehen, wenn möglich ein akustisches Piano, aber auch ein gutes (!) E-Piano (kein ‚Keyboard‘!) kann passen (ohne elektronischen Schnickschnack).
Mitentscheidend für den Lernerfolg und die Kontinuität ist die häusliche Situation. Ein junger Schüler sollte in den ersten Monaten beim Üben immer von einer älteren Person begleitet sein (nicht als ‚Aufsicht‘ anzusehen), so dass er aufkommende Fragen beantwortet bekommt. Das ist zwar zeitaufwendig, aber – in unterschiedlicher Graduierung – meist notwendig.
Das richtige Alter zum Beginn des Unterrichts zu finden ist sehr individuell, grundsätzlich sollte man nur in Ausnahmefällen früher beginnen als der Eintritt in die Grundschule.
Ansonsten kann man in jedem Alter mit dem Klavierspiel beginnen, für Erwachsene gelten natürlich einige andere Voraussetzungen, aber die kann man eben im speziellen Fall im Vorfeld ausdiskutieren.
Als Faustregel sollte immer voran gestellt werden: zuerst einen guten und kompetenten Klavierlehrer finden!